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Verbinden

Yoga

Die Schultern sinken, der Atem wird lang, und du bleibst in der Haltung, auch wenn die Beine brennen. Nicht, um durchzuhalten, sondern weil ein ruhiger Stand die Voraussetzung ist, um klar und aus dir selbst heraus zu handeln. Yoga heißt wörtlich: verbinden. Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit kommen in einer Stunde zusammen, so unterrichten wir es, und daraus entsteht alles andere.

Der Bogen einer Stunde

Wie du nach Hause gehst

Du kennst das Gefühl vielleicht von einem Tag am Meer oder nach einer langen Wanderung: Der Körper ist angenehm müde, der Kopf ist leer auf die gute Art, und auf dem Heimweg fällt dir auf, dass du seit einer Stunde an nichts gedacht hast. Genau dorthin ist eine Yogastunde gebaut. Nach der Stunde ziehst du die Schuhe an und merkst, dass die Schultern unten sind, der Atem von allein länger geht und der Rücken sich anfühlt, als hätte jemand die Spannung rausgedreht. Auf dem Rad nach Hause bist du wach und ruhig zugleich, und beides hält bis zum nächsten Morgen.

Dass das verlässlich passiert, ist kein Zufall, sondern Handwerk. Eine Stunde hat einen Bogen: Sie holt dich ab, wo du gerade stehst, baut die Haltungen so aufeinander, dass jede die nächste vorbereitet, und führt am Ende zurück in die Ruhe, in der das Geübte erst ankommt. Dafür nehmen wir uns Zeit, in vielen unserer Stunden neunzig Minuten, und genau dieser Bogen ist es, der Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit zu einer Sache macht.

„Seit ich zum Yoga gehe, spüre ich meinen Körper wieder.” Diesen Satz hören wir oft, und er beschreibt etwas, das vorher oft gar nicht auffällt: dass die meisten von uns den Tag vom Hals aufwärts verbringen und der Rest nur mitläuft. Der Zugang zurück führt meist über den Atem, weil er das Einzige ist, was du sowohl bewusst steuern als auch einfach geschehen lassen kannst. Wenn du in einer Haltung merkst, dass der Atem stockt, hast du gerade etwas über dich erfahren, bevor der Kopf es erklären konnte. Wenn er wieder fließt, hat sich etwas gelöst, das du nicht aktiv losgelassen hast. So lernst du mit der Zeit, die feineren Signale zu lesen, Müdigkeit, bevor sie zur Erschöpfung wird, Verspannung, bevor sie zum Schmerz wird. Das ist kein Nebeneffekt, das ist ein Teil des Yoga, der so alt ist wie die Haltungen selbst.

Das Stundenthema

In der Vorbeuge gibt es einen Moment, den jede:r kennt: Du ziehst, und der Rücken macht dicht. Dann atmest du tief aus, lässt die Hände einfach baumeln, und der Körper gibt von allein zwei Zentimeter her, die mit Kraft nicht zu holen waren. Drei Tage später sitzt du in einem Gespräch, das sich festgefahren hat, und spürst denselben Zug im Nacken. Und wenn du dich jetzt an die Yogastunde erinnerst, dann stehen plötzlich Handlungsoptionen, die vorher nicht da waren.

Was Yoga-Philosophie leisten kann

Der älteste Text über Yoga ist keine Übungsanleitung, sondern eine Beobachtung: Der Kopf ist ständig in Bewegung, und Yoga ist das, was passiert, wenn er einmal still wird. Dann siehst du, was tatsächlich da ist, und nicht, was du gerade befürchtest oder dir wünschst. Das ist zweitausend Jahre alt und beschreibt ziemlich genau den Zustand, in dem du nach einer guten Stunde die Schuhe anziehst. Deshalb nehmen wir solche Texte ernst. Nicht als Lehre, der du zustimmen musst, sondern als Erfahrungen von Menschen, die sich dieselben Fragen gestellt haben wie wir: wie du handelst, wenn es eng wird, was du festhältst, obwohl es dich müde macht, woran du merkst, dass du bei dir bist. Auf der Matte kannst du prüfen, ob da etwas dran ist. Das reicht.

Florian Ferger - Inhaber und Geschäftsführer

Welchen Stil wir unterrichten

Die Frage kommt beim ersten Besuch fast immer, und die Antwort ist: keinen einzelnen. Im Stundenplan stehen Hatha, Yin, Vinyasa, Flow, Elementyoga, Iyengar und Flos Movement Yoga nebeneinander, und das ist eine Entscheidung. Jeder Stil ist eine Antwort auf eine bestimmte Frage, Iyengar auf die nach Präzision, Yin auf die nach Zeit, Vinyasa auf die nach Fluss, und je nachdem, wo du gerade stehst, ist eine andere die richtige. Unser Maßstab ist deshalb ein anderer: Yoga, das gut unterrichtet wird, den Körper versteht und mehr tut, als dich zu bewegen. Dafür haben alle unsere Lehrer:innen mindestens 300 Stunden Ausbildung, viele sind von den Krankenkassen als Anbieter:innen für Präventionskurse zertifiziert, und ab 2027 bilden wir in Leipzig selbst Yogalehrer:innen aus, in Kooperation mit Alexander Kröker und dem Elementyoga-Institut.

Für wen wir Yoga unterrichten

Für den ganzen Lauf eines Lebens, und das meinen wir wörtlich. Im selben Raum, in dem dienstags die Senior:innen auf der Matte üben, manche seit dem fünften Kurs und mit dem sechsten schon reserviert, läuft donnerstags die Klasse, nach der die Beine zittern. Dazwischen liegt alles: die Schwangerschaft, in der du zum ersten Mal überhaupt kommst, die Rückbildung, nach der dein Kind im Nebenraum schläft, die Jahre, in denen du es nur an den Abenden schaffst, und die, in denen du morgens vor der Arbeit kommst. Yoga ist eine Praxis, die mitgeht, weil sie sich dem Körper anpasst, den du gerade hast, und nicht umgekehrt. Deshalb gibt es bei uns Schüler:innen, die seit 2018 dabei sind. Was sie heute üben ist teilweise etwas komplett anderes als damals, und genau das hält sie.

"Durch alle Lebenssituationen hinweg begleitet"

Was sich nebenbei verändert hat

Marieluise L.

Ich gehe hier seit fast acht Jahren zum Yoga. Über die Jahre hat mich das regelmäßige Yoga in allen Lebenssituationen begleitet, sei es in meinen Schwangerschaften, beim Rückbildungsyoga, Morgenyoga vor der Arbeit oder entspanntes Abendyoga. Das Yoga üben ist für mich mehr als eine Sport-Routine, sondern ein vertrauter Ort, an dem ich den Alltag draußen lassen, bei mir einchecken und alles um mich rum für ein bis zwei Stunden abschalten kann. Ich weiß, was mich erwartet, ich kann loslassen.

Christiane G.

Am Anfang war meine Einstellung noch: Yoga muss bitte anstrengend sein! Bloß nicht zu viel Ruhe, keine langen Atemübungen und Meditation schon gar nicht. Über die Jahre hat sich das komplett verändert. Heute liebe ich vor allem die ruhigen Flow- und Yin-Klassen, etwas, das ich mir am Anfang überhaupt nicht hätte vorstellen können.

Kamil M.

Mein Körper war nicht der beweglichste und fitteste, das Studium und einige Bürojobs hatten Spuren hinterlassen. Was im Yogaraum für viele selbstverständlich war, wie aufrecht zu sitzen, war für mich neu und ziemlich anstrengend. Es fühlte sich trotzdem wie der richtige Ort für mich an. Vier Jahre später bin ich immer noch dort, viel beweglicher und achtsamer auf meinen Körper.