Einer meiner Meditationslehrer hat einmal gesagt: In der Meditation geht es nicht um Entspannung, es geht um Freiheit. Ich erzähle das oft in meinen Stunden, und ich erzähle es vorsichtig, weil Freiheit ein großes Wort ist. Gemeint ist etwas Kleines und sehr Konkretes: der Moment, in dem du sonst reagiert hättest und in dem du jetzt eine Wahl hast. Daraus ergibt sich vieles andere, wie du mit Ärger umgehst, mit Unruhe, mit dem Gefühl, ständig hinterherzulaufen. Lange bevor es moderne Yogahaltungen gab, haben Menschen sich hingesetzt und genau das geübt, und wir nehmen diesen Teil des Yoga so ernst wie jede Haltung. Ich habe es selbst erlebt, über Jahre regelmäßigen Übens, und ich weiß seitdem, wie viel sich durch Dranbleiben verändert.
Florian Ferger - Inhaber und Geschäftsführer
Worauf wir aufbauen
Flo hat an der ReSource-Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig teilgenommen, einer großen Langzeitstudie zu mentalem Training: neun Monate, drei aufeinanderfolgende Module von je drei Monaten, tägliches Üben, begleitet von Forscher:innen, die gemessen haben, was sich dabei verändert. Trainiert wurden Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung, der Umgang mit schwierigen Gefühlen und die Fähigkeit, eine Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen. Was wir daraus mitnehmen, ist einfach: Jede dieser Fähigkeiten lässt sich gezielt üben, und die Wirkung kommt durch Dranbleiben. Im Team tragen wir dazu die Ausbildung in MBSR, einem achtwöchigen Programm zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit, das in unsere Kurse einfließt.
Auf eine einzige Schule legen wir uns dabei nicht fest. Schon innerhalb des Yoga ist Meditation erstaunlich vielfältig, dazu kommen die Achtsamkeitspraxis, aus der MBSR hervorgegangen ist, die kontemplativen Übungen anderer Traditionen und die Meditationsforschung der letzten Jahrzehnte. Wenn du diese Quellen nebeneinanderlegst, zeigt sich, wie viel sie teilen, und genau mit diesem gemeinsamen Kern arbeiten wir, erklärt in Alltagssprache und ohne dass du dich zu einer Richtung bekennen musst.
Wo du es übst
Mentales Training unterrichten wir in verschiedenen Formaten. Am gezieltesten lernst du es im Intensivkurs: fünf Termine in einer kleinen Gruppe, in denen du Schritt für Schritt eine eigene Meditationspraxis aufbaust, mit Anleitung, mit Raum für Fragen und mit der Erfahrung, wie es den anderen damit geht. Danach gehört die Praxis dir. Einige unserer Präventionskurse legen den Schwerpunkt auf Aufmerksamkeit und Nervensystem und verbinden Yoga mit diesen Techniken, über zehn Wochen und von der Krankenkasse bezuschusst. In vielen Yogastunden taucht es als kurze Übung auf, die du in die Woche mitnimmst. Und in der Jahresgruppe ist mentales Training ein fester Bestandteil.