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Das kannst du lernen

Mentales Training

Zwischen einem Reiz und deiner Reaktion liegt oft nichts. Der Satz in der Besprechung, der dich trifft, und du hast schon zurückgeschossen, bevor du es gemerkt hast. Mentales Training dehnt diesen Moment: Du bemerkst die Reaktion, während sie hochkommt - und kannst dich entscheiden, wie du damit umgehst. Aufmerksamkeit ist trainierbar genau wie Muskeln. Deswegen sprechen wir von mentalem Training.

Was du hier übst

Klarheit, die bleibt

Du liest denselben Absatz zum dritten Mal und weißt immer noch nicht, was drinsteht. Im Meeting bist du innerlich schon beim nächsten Termin, und auf dem Heimweg spielst du ein Gespräch vom Vormittag noch einmal durch. Die Gedanken laufen, und du läufst hinterher. Was dagegen hilft, ist eine Fähigkeit - keine Entspannungstechnik. Und diese Fähigkeit lässt sich trainieren, z.B. so: Du setzt dich hin, richtest die Aufmerksamkeit auf eine Sache, meistens den Atem, und hältst sie dort. Nach ein paar Sekunden ist sie weg, bei der Mail, beim Einkauf, beim Gespräch vom Vormittag. Wenn du das Driften der Aufmerksamkeit bemerkst, dann holst du sie zurück. Diese Übung nennt sich Meditation, und sie ist erstmal genau so unspektakulär, wie sie klingt.

Es ist wie beim Instrument: Die ersten Wochen geht es fast nur ums zurückholen, dann wird der Abstand länger, in dem die Aufmerksamkeit bleibt, wo du sie hingesetzt hast. Fortschritt zeigt sich an Dingen, die du irgendwann an dir bemerkst: dass du früher merkst, wenn du grübelst; dass du nach einer Störung schneller wieder bei der Sache bist; dass du zehn Minuten einfach da sein kannst, ohne nach dem Handy zu greifen.

Und es geht weiter, als du denkst. Am Küchentisch kocht ein Streit hoch, der sonst jedes Mal gleich verläuft. Diesmal hörst du bis zum Ende zu. Du merkst, wie der Ärger kommt, lässt ihn da sein und sagst dann das, was du eigentlich sagen wolltest, ruhig und klar, und das Gespräch nimmt eine andere Richtung. Wer über Monate übt, kennt solche Momente irgendwann nicht mehr als Ausnahme. Du bist dann die, die in einer hektischen Runde nicht mitgerissen wird, der, der zuhören kann, ohne innerlich schon die Antwort zu formulieren, jemand, der weiß, was er gerade fühlt, und trotzdem entscheidet, was er tut. Oft merken es die Menschen um dich herum früher als du selbst.

Der Weg dorthin ist Arbeit. Wer zum ersten Mal zehn Minuten still sitzt, merkt, dass sich das überhaupt nicht entspannt anfühlt, und genau darin liegt die Übung, fast wie beim Sport. Ganz nebenbei wirst du entspannter - aber auf einem anderen Weg als vielleicht gedacht. Es ist nicht die Entspannung nach einer Massage, die schnell kommt und genauso schnell wieder verschwindet. Sondern es ist die Entspannung, die sich einstellt, wenn der Kopf nicht mehr gegen alles ankämpfen muss, was gerade passiert.

Erst atmen, dann antworten

Die Mail kommt um 22 Uhr, und sie ist unverschämt. Die Wut ist sofort da, und sie hat recht: Sie zeigt dir, dass es um etwas geht, das dir wichtig ist. Früher hättest du in fünf Minuten geantwortet. Heute spürst du den Zug im Bauch, atmest einmal durch und klappst den Laptop zu. Am nächsten Morgen schreibst du drei Sätze, die du auch in einem Jahr noch unterschreiben würdest. Die Wut war sowas von berechtigt, aber die Kraft für die Eskalation hast du dir gespart.

Worum geht es eigentlich?

Einer meiner Meditationslehrer hat einmal gesagt: In der Meditation geht es nicht um Entspannung, es geht um Freiheit. Ich erzähle das oft in meinen Stunden, und ich erzähle es vorsichtig, weil Freiheit ein großes Wort ist. Gemeint ist etwas Kleines und sehr Konkretes: der Moment, in dem du sonst reagiert hättest und in dem du jetzt eine Wahl hast. Daraus ergibt sich vieles andere, wie du mit Ärger umgehst, mit Unruhe, mit dem Gefühl, ständig hinterherzulaufen. Lange bevor es moderne Yogahaltungen gab, haben Menschen sich hingesetzt und genau das geübt, und wir nehmen diesen Teil des Yoga so ernst wie jede Haltung. Ich habe es selbst erlebt, über Jahre regelmäßigen Übens, und ich weiß seitdem, wie viel sich durch Dranbleiben verändert.

Florian Ferger - Inhaber und Geschäftsführer

Worauf wir aufbauen

Flo hat an der ReSource-Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig teilgenommen, einer großen Langzeitstudie zu mentalem Training: neun Monate, drei aufeinanderfolgende Module von je drei Monaten, tägliches Üben, begleitet von Forscher:innen, die gemessen haben, was sich dabei verändert. Trainiert wurden Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung, der Umgang mit schwierigen Gefühlen und die Fähigkeit, eine Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen. Was wir daraus mitnehmen, ist einfach: Jede dieser Fähigkeiten lässt sich gezielt üben, und die Wirkung kommt durch Dranbleiben. Im Team tragen wir dazu die Ausbildung in MBSR, einem achtwöchigen Programm zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit, das in unsere Kurse einfließt.

Auf eine einzige Schule legen wir uns dabei nicht fest. Schon innerhalb des Yoga ist Meditation erstaunlich vielfältig, dazu kommen die Achtsamkeitspraxis, aus der MBSR hervorgegangen ist, die kontemplativen Übungen anderer Traditionen und die Meditationsforschung der letzten Jahrzehnte. Wenn du diese Quellen nebeneinanderlegst, zeigt sich, wie viel sie teilen, und genau mit diesem gemeinsamen Kern arbeiten wir, erklärt in Alltagssprache und ohne dass du dich zu einer Richtung bekennen musst.

Wo du es übst

Mentales Training unterrichten wir in verschiedenen Formaten. Am gezieltesten lernst du es im Intensivkurs: fünf Termine in einer kleinen Gruppe, in denen du Schritt für Schritt eine eigene Meditationspraxis aufbaust, mit Anleitung, mit Raum für Fragen und mit der Erfahrung, wie es den anderen damit geht. Danach gehört die Praxis dir. Einige unserer Präventionskurse legen den Schwerpunkt auf Aufmerksamkeit und Nervensystem und verbinden Yoga mit diesen Techniken, über zehn Wochen und von der Krankenkasse bezuschusst. In vielen Yogastunden taucht es als kurze Übung auf, die du in die Woche mitnimmst. Und in der Jahresgruppe ist mentales Training ein fester Bestandteil.

Ich kann mich besser fokussieren

Was Teilnehmer:innen im Alltag merken

Jana S.

Die konkreten Übungen aus dem Retreat könnte ich heute gar nicht mehr alle benennen. Aber ich merke, dass ich im Alltag strukturierter und gelassener geworden bin und mich besser fokussieren kann. Das fällt mir manchmal auf, wenn ich meine Sicht auf Dinge mit anderen teile. Zuletzt habe ich mentales Training ganz bewusst genutzt, um mich an neue Herausforderungen heranzutrauen. Das echte Leben ist so bunt, und ich möchte es erfahren. Ich denke, ihr helft mir dabei.

Eva-Maria M.

Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig Catharina auf unser aller Befinden und gleichzeitig auf mein ganz persönliches Empfinden eingegangen ist. Es fühlte sich an, als hätte sie genau gespürt, was gerade da war – ohne etwas erzwingen zu wollen. Einfach mit viel Achtsamkeit, Wärme und Vertrauen. Man merkt, dass bei euch die Menschen und ihre echten Erfahrungen im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche großen Versprechen.

Christiane W.

Catharinas Kurs war eine sehr wertvolle Selbsterfahrung. Weg vom Selbstoptimierungsdruck führt sie zur Achtsamkeit im Moment und schafft auf eine sehr angenehme Weise einen Rahmen, in dem es wirklich gelingt, zur Ruhe zu kommen. Selbst als erfahrene Resilienztrainerin konnte ich Neues lernen. Ihr mentales Training ist kein weiteres To-do, sondern zeigt Wege auf, das Leben dort wahrzunehmen, wo es tatsächlich passiert: im Hier und Jetzt.

Aktuelle Kurse mit Fokus mentales Training

Hier stehen die Kurse, die gerade laufen oder bald starten und mentales Training in den Mittelpunkt stellen, als Intensivkurs oder als Präventionskurs. Beide haben gemeinsam, worauf es beim Üben ankommt: Du kommst über mehrere Wochen in dieselbe Gruppe und bleibst dran.